Longboarden mit Kite

Longboarden mit Kite

Der Wind ist die perfekte Antriebskraft – kostenlos, energiereich und vor allem unbegrenzt vorhanden. Kein Wunder also, dass Sportler ihn schon lange nutzen, um an ihre Grenzen zu gehen und neue Welten zu erkunden. Vor allem das Kitesurfen, eine gewinnbringende Kombination aus Luft-und Wassersport, hat es vielen Outdoor-Fans angetan. Aber auch die Longboarder entdecken die vielen Vorteile und Möglichkeiten einer Windantriebskraft nach und nach für sich.

Verschmelzung von Longboarden und Kiten

Wer allerdings auf die glorreiche Idee einer Verschmelzung der beiden Sportarten gekommen ist, bleibt unklar. Fest steht, dass sogar Kite-Hersteller wie Ozone alle möglichen Segel-und Drachenantriebe mithilfe von Longboards austesten lassen. Wir von brettsport.de haben daraufhin kurzerhand unsere Sachen gepackt, um einen solchen Ozone Ignition Trainerkite selbst in Dänemark auszuprobieren.

Zuerst haben wir uns mit der klassischen Wasservariante befasst – und waren von dem Ergebnis durchaus positiv überrascht. Denn das Flugverhalten gleicht viel mehr dem eines großen Depowerkites, als wir es eigentlich von anderen Trainerkites kennen. Auch die dritte Leine ist so geschickt angebracht, dass man die Bar bei einer unerwarteten Brise einfach wieder loslassen kann. Dabei hat man sogar genug Zeit, um sie dann wieder heranzuziehen, während der Kite noch drucklos ausweht. Kein Nachteil, wenn man die Situation schnell wieder unter Kontrolle bringen will.

Die Tests mit dem Longboard fielen ähnlich vielversprechend aus. Entscheidend ist die richtige Platzierung des Kites im Windfester, ohne die gewohnte Depowerbar – dafür muss man erst das Gefühl bekommen, doch das hat man relativ schnell raus. Auch sehr positiv ist, dass der Kite niemals den gewaltigen Druck aufbaut, wie es beispielsweise ein großer Kite könnte, oder auch die kleinen Vierleiner-Typen aus dem Buggy-Sport, wenn man sie in Bewegung setzt.

Komfortabel für die Longboard-Kombi ist außerdem auch, dass sich der Druck wie beim Depowerkite langsam und konstant aufbaut, und auf einem Niveau endet, das den leichtgängigen Rollen angepasst ist. Das verhindert eine endlose Beschleunigung, selbst bei voller Power und versorgt den Boarder mit einer sehr angenehmen Fahrtgeschwindigkeit.

Welches Longboard ist das Richtige zum Kiten?

Außerdem hat uns interessiert, welche der mitgebrachten Boards sich am besten zum Kiten mit dem Longboard eignen. Wenn man vorwiegend geradeaus am Weg ist, fallen die Unterschiede nicht sehr groß aus. Trotzdem hat sich unsere Vermutung bestätigt, dass man das sicherste Gefühl auf einem gedroppten Board mit einer ausgeprägten Konkave im Deck genießen kann. Dabei punktet das Bustin Boombox-Modell durch unglaubliche Standsicherheit aufgrund seiner extremen Konkave, auf die die Kraft übertragen werden kann, um Schlenker zu korrigieren und eine hohe Wendigkeit zu erreichen.

Schwierig wird es allerdings, wenn du dich an Tricks und Sprüngen à la Landkiten und Mountainboards versuchen willst – hier fehlt es sowohl am Druck, als auch am Trapez. Hast du längere Longboardtouren über freies Land geplant, ist dieser Kite aber ein perfekter Antrieb! Praktisch beim Packen sind auch das geringe Gewicht und die kleine Größe. Es ist aber auch bei kürzeren Touren eine spannende Herausforderung, seine Koordinationsfähigkeiten von Board und Kite unter Beweis zu stellen.

Longboarden mit Kite lernen

Wenn du also Switch und Sliden mit deinem Board draufhast, wirst du mit ein wenig Übung auch saubere Halsen am Kite meistern. Mehr Informationen zum korrekten Aufbau deiner Ausrüstung oder die richtigen Bewegungsabläufe findest du auch auf Webseiten wie zum Beispiel Core Kites, die dir mit ihren hilfreichen Tutorials und erklärenden Videos sicher weiterhelfen können.

Ein ziemlich cooler Vorteil bietet sich für Longboarder an, die sich gerne mal am Kiten versuchen wollen – denn Kiteunterricht ist teuer und leider extrem wetterabhängig, so dass so manche Hoffnung nach einer langen Anreise enttäuscht werden kann. Um dir das zu sparen, kannst du selbst auch alleine relativ gefahrlos mit dem Trainerkite üben und deine Board-Kontrolle dann auf das Kiten übertragen. Also, worauf wartest du?  – Helm nicht vergessen und rein ins Vergnügen!